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Im Rahmen der Gradmessung von 1821-23 wurde
auch auf der Höhe des Scharnhorster Berges (Bezeichnung ist
offenbar erst in den letzten Jahren üblich geworden) ein
Vermessungspunkt ausgewählt und auf ihm und zu ihm beobachtet.
Der alte, 1822 gesetzte "TP-Stein"
erhielt den Namen "Scharnhorst", Er ist längst nicht
mehr vorhanden. Der Sandabbau am 1964 dort errichteten
Asphalt-Mischwerk gefährdete aber auch die Ersatzpunkte immer
wieder. Bekannt ist, dass um 1899, 1953 und 1981 weitere
Verlegungen stattfanden. Der heutige Punkt an der
Grubenböschung zur Escheder Seite Richtung Wasserwerk hat die
Nummer 3227/5 und ist ein trigonometrischer Punkt 2.Ordnung.
Auch der Nachbarpunkt "Breithorn"
musste 1896 verlegt werden, jedoch steht der damals neu gesetzte
Stein -jetzt mit Namen "Breitehorn" und der Nummer
3127/6 - nur etwa 1,5 Meter neben dem noch erhaltenen alten
Gauß'schen Postament. Beide Scharnhorst und Breithorn - sind
Punkte in der Dreieckskette lnselsberg-Hamburg.
Da die Bodenerhebungen und Sichtweiten in der
Heide wie erläutert erheblich kleiner sind als im
südhannoverschen Hügelland, lagen die Punkte entsprechend
dichter. Zum Vergleich: Das südlichste Dreieck
lnselsberg-Brocken-Hohenhagen hat Seitenlängen von 107,69 und
83 Kilometer, die etwas weiter nördlich gelegenen
Deister-Garßen-Lichtenberg 61, 62 und 48 km und schließlich
Deister-Garßen-Falkenberg 61, 71 und 28 km. Die von Scharnhorst
aus beobachteten Orte waren:
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Punkt
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Entfernung
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Höhe über NN
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Breithorn
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11,2 km
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117,7 m |
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Garßen
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10,8 km
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75,3 m |
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Falkenberg
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29,7 km
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149,6 m |
Mit diesen drei gemessenen Richtungen wurde
Scharnhorst Eckpunkt in zwei Dreiecken innerhalb der Kette:
ScharnhorstFalkenberg-Breithorn (30 - 27 - 11 km) und
Scharnhorst-Garßen-Falkenberg (11- 28 - 30 km). Ein Blick auf
den Netzplan der Gauß'schen Gradmessung zeigt die damalige
Dreieckskette und lässt aus der Anordnung erkennen, welche
Schwierigkeiten das Gelände gerade in der Südheide bot. Man
muss aber auch davon ausgehen, dass die Punkte Garßen,
Breithorn, Hausselberg oder Falkenberg, die heute alle im Walde
liegen, damals auf freien, unbewaldeten Hügelkuppen lagen (von
Bergen darf man wohl nicht recht sprechen) wahrscheinlich
umgeben von Heide. Erst die großen systematischen Aufforstungen
in der 2. Hälfte des 19. Jh. führten bekanntlich zum heutigen
Landschaftsbild.
Rolf Riemann
Dipl-Ing., Seniorchef des Celler Vermessungsbüros
Riemann-Meyer-Koch |