ie
Magie geheimnisvoller Orte, die Aura phantasieanregender Plätze
vermuten und suchen wir meist anderswo als vor der Haustür. Wir schwärmen
aus, um uns fernab von unserer vermeintlich vertrauten Umgebung
inspirieren zu lassen, um den Atem der Geschichte zu spüren, um den
Zauber vergangener Epochen zu genießen.
arum
trauen wir solche Ort nicht auch der Heide zu — Orte, an denen die
Steine zu reden beginnen und die Bäume von Mythen und Märchen wispern,
kristallklare Heidebäche museale Schätze bergen? Von wüsten Dörfern
und vom Mahlsand verwehten Postwegen. Oder von Schweinekriegen,
synthetischen
Schlafmitteln, Verbindungslinien zur englischen Königskrone, zum
Massenzahlungsmittel Zehnmarkschein?
as
Heide-Image mag daran Schuld sein: Düstere Kiefernwälder, einige
Hermann-Löns-Anekdoten, dreißig Kilometer keine Siedlung. Okay: Zum
Erbe der Ureinwohner namens Heidjer gehören leider weder dicke
Chroniken noch pyramidengroße Bauwerke. Und drittens: Esoterisches Gesäusel
und neogermanisches Dröhnen umrauschen so manch bezaubernden Fleck -
und sorgen so für Abschreckung und weiträumiges Umfahren.
ie Südheide ist dabei, ihre
Regionalgeschichte neu zu entdecken und zu interpretieren. Es sind
Kultur und gemeinsame Wurzeln, die den Menschen ihre Identität
bewahren, wenn sich Lebensgrundlagen so fundamental wandeln, wie jetzt
unmittelbar nach der Jahrtausendwende. Magische Orte in der Südheide
setzen Zeichen des Wandels. Die bevorstehenden oder schon hinter uns
liegenden Ereignisse an historischen Plätzen oder vor Traumkulissen,
die geplanten Inszenierungen und Installationen an Mühlen,
Brückengeländern,
Sandgruben, Lachtefurten oder in Lutter-Partien fordern zum Hinsehen und
Hinhören auf. Sie verlangen eine Auseinandersetzung mit der
Heimatgeschichte, mit ihren Abbildern und mit dem, was daraus an Zukunft
erwachsen kann. Weil die meisten Leute 600-seitige Dorfchroniken zwar
gern in repräsentative Schränke stellen, aber selten im Herzen
bewegen, suchen Magische-Orte-Künstler nach zeitgemäßen Übersetzungen,
nach Piktogrammen.
eimatkunde in
EXPO-Zeiten
steht als Untertitel der Route zu Magischen Orten im Dreieck
zwischen Celle, Gifhorn und Uelzen, eines Kulturtourismus-Experiments,
das gut 50 Dörfer der Region behutsam verbindet. Es lohnt sich also
nicht nur in Pompeji oder Ephesus auf Spurensuche zu gehen.
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