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Wiesen stellten in
den vergangenen Jahrhunderten die wertvollsten Grundstücke der
Heidebauern dar. Sie dienten der Heugewinnung für das Vieh.
"Die Noth, die Mutter so mancher Erfindungen, lehrte auch die
Lüneburger Heidebewohner. bey ihrem großen Futtermangel früh
die Benutzung der Bäche zur Wiesenbewässerung kennen." So
schrieb im Jahre 1800 der aus Celle gebürtige Agronom Albrecht
Daniel Thaer. Über Jahrhunderte wurde die Talniederung des
Jarnsener Himmelreichs als Wiesen genutzt, das Sprichwort
befolgend: "Wo Wasser, da Gras."
Mit der
Umstrukturierung der Landwirtschaft nach dem ist zweiten
Weltkrieg, der Einführung mineralischer Düngemittel und der
Mechanisierung der Landwirtschaft ging die Bedeutung des
Grünlandes an den Fließgewässern verloren. Einige ehemalige
Wiesen im Himmelreich sind noch heute als offene Surmpfflächen
erkennbar, andere wurden bereits in den 1960er Jahren mit Erlen
aufgeforstet. Im Jamsener Himmelreich wurden zur gleichen Zeit
einige der Flächen in Fischteiche umgewandelt. Außerdem wurde
der Lauf der Lutter geändert und das Bachbett ausgebaggert.
Manche alteingesessene Jarnsener beklagen seitdem den Verlust
ihres "Himmelreiches". Mit dem Lutterschutzprojekt wird
ersucht, die Ursprünglichkeit des Heidebaches wieder
herzustellen.
Der einst in dieser
Landschaft weit verbreitete Fischotter stand im Mittelpunkt einer
jährlichen Tanzveranstaltung in Jarnsen, dem "Otter
vertehren". Heute hat der sehr heimlich lebende Fischotter
einen seiner wichtigsten Lebensräume Niedersachsens an Lachte und
Lutter. Die Perlenstickereien des Klosters Wienhausen zeugen vom
ehemaligen Reichtum an Flussperlen in den Heidebächen. Auch für
das Jarnsener Himmelreich ist ein Flussperlmuschelvorkommen
belegt. Seit einigen Jahren zeigen sich Erfolge in dem Bemühen,
dieses letzte bedeutende Vorkommen im norddeutschen Tiefland zu
sichern.
Die Aussagen des
vorstehenden Textes beruhen auf einer Auswertung historischer
Karten und Veröffentlichungen sowie mündlichen Hinweisen von
Hans-Hermann Trumann und Edelgard Luttermann aus Jarnsen.
Elfie und Thomas
Kaiser, Beedenbostel
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