| Nach Ahnsbeck, Endeholz,
Hohnhorst, Ummern oder Weyhausen. Lässt man sich so etwas zum
Geburtstag schenken, wenn der repräsentative Findling zum 950.
Dorfjubiläum längst aus dem Dreck gezogen ist? Und würden die
Nachbardörfer wirklich Baumstämme stiften zum Kommersabend, wo
man doch traditionell Zinnteller austauscht, Freibier trinkt und
dem Chronisten lauscht? Bedenkliche Blicke trafen die
Projektemacher, nicht nur des schönen Geldes wegen: Die Kinder
könnten Schaden nehmen, sich vor den Butzemännern fürchten.
Schnell in die Schublade mit dieser Schnapsidee also? Wie wir
sehen, ist es anders gekommen. Was sollen uns die sieben
Geschworenen heute sagen?
Celles "Naher Osten",
das Gebiet des alten Gretingaues und der späteren Amtsvogtei
Beedenbostel, ist nicht eben reich an beeindruckenden
historischen Zeugnissen. Die Magie geheimnisvoller Orte, die
Aura phantasieanregender Plätze vermuten wir hier kaum. Kein
Wunder, wenn auch im jüngsten Band der Beedenbosteler Chronik
ein großer Bogen gemacht wird um einen der
geschichtsträchtigsten Punkte der Südheide: Nichts genaues
weiß man halt nicht. Aber der dreieckige Eichenhain "in
der Grund" ist nicht nur schmückendes Beiwerk eines im
Kern ungewöhnlich intakten Südheidedorfes. Solange hier
Menschen wohnen, scheinen sich ihre Vorturner dort versammelt zu
haben. Überliefert ist seine ursprüngliche Rolle als
Thingplatz (Denkfabrik) in germanisch-fränkischer Zeit. Später
fanden regionale Holzgerichte statt. Im Dreißigjährigen Krieg
trat hier nachweislich dreimal der Lüneburger Landtag zusammen.
Die Amtsvogtei nutzte das Gelände als zentralen Musterungsplatz
für Büchsen-, Hellebarden- und Axtträger. Hier liegen auch
die lokalen Wurzeln unseres Schützenwesens, erwachsen aus
zünftigen Pfingstmanövern unter den Eichen. Und was hat es mit
den Geschworenen auf sich? Sie waren "verlängerte
Arme", quasi Hilfssheriffs des Beedenbosteler Amtsvogtes in
seinem großen Verwaltungsbezirk, im ersten Zugriff
all-zuständig in den weit verstreuten Dörfern, also
ehrenamtliche Funktionsträger in der Tradition unserer
Bürgermeister. Auch wenn sie sich vermutlich nicht unter freiem
Himmel versammelten, so führte der oft beschwerliche,
stundenlange Fußweg an den Eichen vorbei.
So gesehen stehen Moenikes
magische Sieben symbolisch für all' jene namenlosen Männer
(und Frauen!), die sich im Wandel der Zeiten um das
Zusammenleben der Menschen in unserer Region verdient machten
und unter den Beedenbosteler Eichen ein Kraftfeld fanden für
zukunftsweisende Ideen und Lösungen.
Klaus Drögemüller
Projektbüro "Magische Orte in der Südheide"
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