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Beedenbostel wurde auch Sitz der gleichnamigen
Amtsvogtei, eines Verwaltungsbezirkes, der etwa das Gebiet der
heutigen Samtgemeinden Eschede und Lachendorf und Teile des
Landkreises Gifhorn umschloss. Hier in Beedenbostel saß der
Amtsvogt, Amtmann
- wenn er zum Adel gehörte als Drost bezeichnet - verwaltend und
rechtsprechend für sein Amtsgebiet, anordnend und strafend,
steuernd und beaufsichtigend. Seine verlängerten Arme waren die
Untervögte in den unterstellten Vogteien Eschede, Hohne und der
Hausvogtei Beedenbostel.
Für die große Menge der Land-Bewohner war die
Amtsvogtei die Stelle, an dieser der Staat mit ihnen in der Person
des Ersten Beamten in Berührung trat, sei es, um Streitigkeiten
zu schlichten, die sich aus der gemeinsamen Nutzung von Weide und
Wald ergaben, um Steuern oder andere Abgaben abzuliefern, um
Prozesse zu führen, um einen Hof zu übergeben, Eheverträge zu
schließen, oder um eine Gewerbekonzession zu erhalten.
Nun konnte der Amtsvogt auch mit Unterstützung
seines Amtsschreibers und seiner Untervögten nicht in den mehr
als 30 Dörfern, die zur Vogtei Beedenbostel gehörten,
gleichermaßen präsent sein. Deshalb waren in den einzelnen
Dörfern Geschworene eingesetzt, die darauf zu achten hatten, dass
alle Verordnungen des Amtsvogtes richtig befolgt wurden. Die
"Dorf-Geschworenen" hatten unter anderem die
Viehzählungen für die Steuerbemessung vorzunehmen, die Brücken-
und Wegeunterhaltung zu beaufsichtigen, sie hatten die
Holzaufsicht und die Aufsicht über den gemeinschaftlichen
Dorfbesitz, sie mussten alle Verbrechen, Unordnungen und
Unglücksfälle unverzüglich der Obrigkeit melden und überhaupt
die gesamte Dorfordnung überwachen. Gelegentlich wurden die
Geschworenen nach Beedenbostel zitiert, so z. B. wenn Neuerungen
in der Amtsordnung bekannt zu geben waren oder ein neuer Vogt
berufen wurde. In der Sprache unserer heutigen Kommunalverfassung
würde man sie als Bürgermeister oder Ortsvorsteher bezeichnen.
Kurt-W. Seebo
Samtgemeindearchiv Eschede/Archivgemeinschaft Südheide
Literaturempfehlung:
"Vom Schott bey Hössering" - Die Lüneburger
Landstände und ihr Landtagsplatz. Landwirtschaftsmuseum
Lüneburger Heide, Materialien zum Museumsbesuch, Nr. 18, 1993
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